Ratgeber

Was Männer beim Anzugkauf beachten sollten

21.01.2020 | von Tanju Colak

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Schritt 1: Passform
  2. 2Schritt 2: Stoffe
  3. 3Schritt 3: Verarbeitung
  4. 4Schritt 4: Das Sakko
  5. 5Schritt 5: Die Hose
  6. 6Schritt 6: Wo sollte ich meinen Anzug kaufen?
  7. 7Fazit

Es gibt unterschiedliche Anlässe, die den Kauf eines neuen Anzugs erfordern. Egal, ob Einladung zur Hochzeitoder Vorstellungsgesprächbeim potenziellen Arbeitgeber: In manchen Situationen willst oder musst du dich schick anziehen. Du solltest den Anzugkauf dabei als Investition betrachten. Daher empfehle ich dir, dir etwas mehr Zeit zu nehmen, damit du auch lange Freude mit diesem eleganten Kleidungsstück hast. Ansonsten wirst du den Anzug schneller aussortieren, als du denkst. Was muss man beim Anzug kaufen beachten? Dieser Artikel hilft dir, egal ob Anzug von der Stange oder vom Maßschneider!

Schritt 1: Passform

Auf die richtige Passform musst du zwingend achten. Dabei sollte das Sakko unbedingt mit den Schultern abschließen und die Anzugshose auf den Schuhen leicht aufliegen. Die goldene Regel lautet: Der Anzug darf nicht zu eng und zu klein sein, aber auch nicht zu weit!

Beim Schnitt gibt es drei konkrete Grundformen:

Englische Form: Das Anzugsjackett hat ein zeitlose Silhouette mit wenig gepolsterten und natürlich fallenden Schultern, eine hoch sitzende und dezente Taille sowie zwei Seitenschlitze am unteren Saum. Der Schnitt der Hose ist gerade und kommt ohne Aufschlag aus.

Italienische Form: Die Anzugsjacke ist körpereng geschnitten und tailliert. Dabei verläuft die Schulterpartie markant und gerade. Die Anzughose fällt schmal aus und ist grundsätzlich etwas kürzer gehalten.

Amerikanische Form: Das Sakko hat eine weite, leger wirkende A-Form, längere Ärmel, einen mittig angelegten Rückenschlitz und eine runde Schulterpartie ohne Polsterung. Die Hose hat gelegentlich eine leichte Karottenform, jedoch keine Bügelfalte. 

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Darüber hinaus gibt es für jeden Mann die richtige Passform:

Regular Fit ist besonders komfortabel und geeignet für jegliche Lebenssituationen. Dieser Schnitt steht für absolute Passform-Sicherheit bis in große Größen hinein.

Modern Fit ist ein zeitgemäß moderater und schlanker Schnitt. Der Schnitt betont die Silhouette. Die leicht verkürzte Jackett-Länge steht für mehr Körperbetonung.

Slim Fit ist der schlanke Schnitt. Die Passform ist sehr körperbetont. Hierbei ist das Sakko schmal und kurz geschnitten. Der Rumpf sitzt modern, ohne den Träger einzuengen. Die Anzugshose hat einen schlanken Beinverlauf und eine schmale Fußweite.

Da du die Passformen vermutlich auch beim Kauf von Hemden oder einer Jeans kennst, kannst du dich ruhig daran orientieren, was du sonst trägst. Hast du eine schmale Statur, solltest du auf Slim Fit oder Modern Fit sitzen. Kräftige Typen sind vermutlich mit Regular Fit besser bedient.

Schritt 2: Stoffe

Es gibt verschiedene Stoffe für unterschiedliche Anlässe und Jahreszeiten. Das verbreitetste Material ist Schurwolle. Der Stoff wird vor allem für hochwertige Anzüge benutzt. Das Material wirkt temperaturausgleichend und ist knitterarm. Zudem sorgt die Oberfläche für einen sehr hohen Tragekomfort. Ein Anzugaus Schurwolle kann zu jeder Jahreszeit angezogen werden.

Besonders Anzüge aus Baumwolle, Leinen oder eine Mischung aus beiden Materialien wirken gerade im Sommer sportlich und frisch. Beide Stoffe sorgen dabei für einen kühlenden Effekt und sind sehr verträglich für die Haut. Für die Wintertage eignen sich dickere Wollstoffe wie Flanell oder Cord. Der dicke Stoff sorgt mit seiner festen und rustikalen Oberfläche für Wärme.

Neben der richtigen Passform ist das Material entscheidend für einen qualitativ hochwertigen Anzug. Deshalb solltest du nicht am falschen Ende sparen!

Schritt 3: Verarbeitung

Passform, Material und nun kommt noch die richtige Verarbeitung als weiterer Punkt hinzu, die du auf alle Fälle beim Anzugkauf beachten muss. Die Verarbeitung entscheidet darüber, wie gut der Anzug passt. Die Webeart spielt eine wichtige Rolle für das Erscheinungsbild. Sie erzeugt die Muster im Anzug, das heißt, bei der Herstellung werden mehrtönige Fäden auf unterschiedliche Weise miteinander verwoben.

Wenn du die Wahl hättest, wie der Stoff im Anzug miteinander verbunden sein soll, kann ich dir Full Canvas empfehlen. Bei diesem Material wird die gesamte Einlage vernäht und nicht geklebt. Dadurch bekommt die Einlage zusätzlich Spielraum und passt sich deiner Körperform an. Durch die hochwertige Qualität wird ebenso gewährleistet, dass der Anzuglangfristig getragen werden kann.

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Schritt 4: Das Sakko

Das Jackett bildet den Kern eines Anzugs. Besonders wichtig ist, dass der Rumpf ausgezeichnet sitzt. Das Sakko wird den aktuellsten Trends entsprechend etwas kürzer getragen. Jedoch solltest du hierbei beachten, dass das Gesäß sowie der Tascheneingriff der Hose bedeckt sind. Die klassische Länge eines Sakkos lässt sich durch eine simple Formel ermitteln: Dabei misst du die Länge vom höchsten Punkt am Nacken bis zum Fußboden. Die Länge teilst du im Anschluss durch zwei und ziehst zwei Zentimeter davon ab. Außerdem sind die nachfolgenden Punkte für einen guten Sitz eines Sakkos maßgebend:

  • Das Revers bezeichnet die nach außen geschlagene obere Vorderkante der Anzugjacke. Im Geschäftsleben wird überwiegend das fallende Revers bevorzugt. Beachtlich ist, dass sich das Revers nicht faltet oder im Nacken absteht. Das Revers sollte am Körper anliegen.
  • Die passende Schulter ist die Grundvoraussetzung für einen gut sitzenden Anzug, auch wenn sich vieles ändern und anpassen lässt. Dabei sollte das Sakko an den Schultern und an der Brust anliegen. In Bezug auf Schulterpolster ist weniger oft mehr, da die obere Silhouette mit Kopf und Hals einen harmonischen, leicht abfallenden Verlauf ergeben sollte.
  • Bei der Ärmellänge solltest du folgende Regel beachten: Die Manschette soll in aufrechter Haltung mit nach unten hängenden Händen ungefähr einen Zentimeter hinausragen. Außerdem solltest du beachten, dass deine Beweglichkeit nicht eingeschränkt wird.
  • Die Taille: Dieser Teil des Anzugs ist durchaus bedeutsam für eine gute Passform, da das Jackett hier anliegend sein muss.
  • Für das einreihige Sakko und den Doppelreiher gelten, dass immer nur ein Knopf geschlossen wird. Bei einer Anzugsjacke mit zwei Knöpfen ist in der Regel der Obere zu schließen und bei einem Sakko mit drei Knöpfen sollte der Mittlere geschlossen werden.

Schritt 5: Die Hose

Die Hosenlänge kannst du, ähnlich wie bei den Ärmeln, anpassen. Die Anzughose sollte grundsätzlich an der Hüfte und den Oberschenkeln perfekt sitzen, da hier kaum Anpassungen möglich sind. Bei der klassischen Passform sollte die Hose im Stehen hinten bis zur Oberkante des Schuhabsatzes fallen.

Gemäß den neusten Trends haben Fußweiten einen schmaleren Schnitt, was oft dazu führt, dass die Hose erst gar nicht bis zur Oberkante des Schuhabsatzes fallen kann. In diesem Fall ist die optimale Länge, wenn die Hose auf halber Schuhhöhe endet. Schlank und etwas kürzer, so wird die Anzughose heutzutage getragen!

Schritt 6: Wo sollte ich meinen Anzug kaufen?

Deine Kaufentscheidung ist gefallen und du möchtest dir nun einen hochwertigen Anzug kaufen, aber leider ist der Anzugspreis nicht ganz so günstig? Mein Tipp: Schaue ruhig einmal auf eBay Kleinanzeigen vorbei. Denn hier findest du gebrauchte Anzüge und kannst dabei bis zu 70 Prozent sparen. Das lohnt sich insbesondere, wenn du ein Markenprodukt von Hugo Boss, Esprit oder s.Oliver kaufen möchtest. Ein weiter Vorteil ist, dass du sehr nachhaltig einkaufst, weil du mit gebrauchter Ware Ressourcen schonst.

Fazit

Persönlich bin ich überzeugt, dass dir die Beachtung dieser oben genannten Schritte dabei helfen, den richtigen Anzug zu kaufen. Dabei hast du es sicherlich bemerkt: Ich favorisiere den smarten, modischen Typ, der zu seiner Figur steht und der sich traut, seinen Körper zu zeigen! Sei mutig, investiere in die Qualität und präsentiere dich in modischen Anzügen!

Solltest du eher der sportliche Typ sein, dann empfehle ich dir an dieser Stelle, dir meinen Artikel zum Thema „Kraft gut verpackt – Fashion-Tipps für Sportjunkies“ anzuschauen!