Ratgeber

Hilfe bei der Wohnungssuche: Nachmieter finden, Nachmieter werden

10.10.2019 | von Sebastian Kleber

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Nachmieter finden: Das musst du beachten
  2. 2Nachmieter werden: So klappt's
  3. 3Darf der Vermieter einen Nachmieter ablehnen?
  4. 4Der Härtefall
  5. 5Fazit

Wenn du von einer Wohnung in eine andere ziehen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du kündigst deine aktuelle Wohnung erst, wenn du eine neue hast, oder du kündigst und machst dich dann auf die Suche. Bei der ersten Variante riskierst du, übergangsweise für beide Wohnungen Miete zu zahlen. Bei der zweiten Möglichkeit besteht die Gefahr, im Zweifel ohne Wohnung da zu stehen. Die Lösung für dieses Dilemma ist einfach: Nachmieter finden oder werden. Welche Punkte du dabei beachten solltest, zeige ich dir hier.

Nachmieter finden: Das musst du beachten

Wenn du deinen Mietvertrag durch einen Nachmieter ablösen lassen willst, brauchst du zuerst das schriftliche Einverständnis deines Vermieters. Für ihn bedeutet das nämlich einen Mehraufwand, da er mit dir bislang einen zuverlässigen Mieter hatte. Trage deinem Vermieter deine Beweggründe vor, frage, ob er sich auf einen Nachmieter einlässt.

Wenn dein Vermieter dir keine speziellen Anforderungen nennt, solltest du bei deinem Nachmieter die gleichen Maßstäbe anlegen wie sie dein Vermieter bei dir angelegt hat. Schlage also nicht einfach deine Kumpels vor, die gerade irgendwas zum Wohnen suchen. Prüfe vorher gründlich die Formalitäten. Dein Nachmieter muss sich die Wohnung, genau wie du, finanziell leisten können. Stelle eine Bewerbungsmappe mit persönlichem Anschreiben, Selbstauskunft, SCHUFA-Auskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Ausweiskopie und den letzten drei Gehaltsnachweisen zusammen. Wie eine gute Bewerbungsmappe aussieht, kannst du hier nachlesen. Versetze dich in deinen Vermieter und trage alle Unterlagen zusammen. Mache es deinem Vermieter so leicht wie möglich und präsentiere ihm am besten mehrere Nachmieter. So hat er eine Auswahl und deine Chance, aus dem Vertrag zu kommen, steigt. Einen Nachmieter findest du über soziale Netzwerke und auch über Immoblienportale.

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Nachmieter werden: So klappt’s

Selbst Nachmieter zu werden, bietet dir ebenfalls Vorteile. Wenn du den Vormieter kennst, bekommst du einen genaueren Eindruck über Umfeld, Hausgemeinschaft, Nebenkosten und den Vermieter. Damit es klappt, solltest du den Prozess genauso ernst nehmen, als würdest du dich regulär bewerben. Denn der Vermieter kennt dich nicht und kann dich natürlich auch ablehnen. Stelle also eine ansprechende Mappe mit allen erforderlichen Unterlagen zusammen. Wie immer sind dein Gehalt und eine tadellose SCHUFA sowie eine Bescheinigung deiner Mietschuldenfreiheit das Wichtigste. Finde über deinen Kontakt heraus, was dem Vermieter besonders wichtig ist und wie du bei ihm punkten kannst. Kläre vorab, welche Einrichtungsgegenstände du übernimmst und wie ihr Renovierungsarbeiten abwickelt. Wenn sich der Vermieter um all diese Dinge nicht kümmern muss, wird es ihm leichter fallen, dir als Nachmieter zuzustimmen.

Darf der Vermieter einen Nachmieter ablehnen?

Die wichtigste und spannendste Frage ist: Darf der Vermieter einen Nachmieter ablehnen?

Einer weit verbreiteten Meinung nach muss der Vermieter der Vertragsauflösung zustimmen, wenn er drei Nachmieter vorgeschlagen bekommt. Das ist falsch. Ein Vermieter ist gesetzlich nicht verpflichtet, einen Mietvertrag vorzeitig aufzulösen. Er kann auf die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist bzw. Vertragslaufzeit bestehen, außer es gibt im Mietvertrag eine Nachmieterklausel. Du hast also kein Recht darauf, durch einen Nachmieter früher aus dem Vertrag zu kommen. Der Vermieter kann dein Anliegen unter Berufung auf euren Mietvertrag ablehnen. Sollte er der Vertragsauflösung durch einen Nachmieter zustimmen, kann er die von dir vorgeschlagenen Nachmieter ebenfalls ablehnen. Das passiert, wenn dein potenzieller Nachmieter die Voraussetzungen wie entsprechendes Gehalt oder geforderte Dokumente nicht vorweisen kann. Also beachte bitte: Es gibt kein Recht auf vorzeitige Vertragsauflösung durch einen Nachmieter.

Die gute Nachricht: Wenn du bei deinem Vermieter anfragst, ob er dich mittels Nachmieter aus dem Mietvertrag entlässt, weiß er, dass du ausziehen wirst. Deshalb stimmen Vermieter dem Anliegen sehr oft zu. Dadurch sparen sie sich, selbst nach neuen Mietern zu suchen.

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Der Härtefall

Solltest du z. B. das Land verlassen müssen oder wirst pflegebedürftig, gibt es für „dringende Gründe“ Sonderregelungen. Bei diesen „dringenden Gründen“ kann der Mietvertrag vor Ablauf der Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Wichtig: Wenn der Vermieter einen Nachmieter akzeptiert, löst er den Vertrag mit dir auf und geht mit deinem Nachmieter einen neuen Vertrag ein. Es ist keine Vertragsübernahme oder Ähnliches.

Das bedeutet, es ist eine Neuvermietung und der Vermieter kann die Miete im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten erhöhen oder neue Verpflichtungen in den Vertrag mit aufnehmen. Deshalb erkundige dich, vor der Suche, ob die Konditionen gleich bleiben.

Fazit

Es kann sich durchaus lohnen, einen Nachmieter zu suchen oder selbst einer zu werden. Wenn du einen Nachmieter suchst, checke zuerst deinen Mietvertrag auf die Nachmieterklausel und hole dir die schriftliche Zusage des Vermieters. Suche dann einen Nachmieter, der auch wirklich zuverlässig erscheint. Und denke immer daran: Mache es deinem Vermieter so einfach wie möglich. Nachmieter zu werden, ist hingegen weniger schwer: Hier gelten die gleichen Regeln wie bei einer regulären Bewerbung.