Ratgeber

Das Leben auf dem Land: Das sind die Vor- und Nachteile

25.11.2020 | von Vivien Albeck

Das Leben in der Stadt hat einige Vorteile, wie Barbara in ihrem Artikel gezeigt hat: Nähe zu Unis und Arbeitgebern, gute Verkehrsanbindungen und ein reiches kulturelles Angebot sprechen für die Stadt. Zunehmend zieht es aber sowohl Großstadt- als auch Kleinstadtbewohner aufs Land, hauptsächlich deshalb, weil das Bauland hier günstiger ist. Du spielst auch mit dem Gedanken, dich auf dem Land niederzulassen? Hier findest du die wichtigsten Vor- und Nachteile.

Vorteil 1: Immobilien sind meist wesentlich günstiger als in der Stadt

Laut Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat wohnen 47,5 % der Menschen in Deutschland in Mietwohnungen – und damit belegen wir in Europa den ersten Platz. Da die Mieten in deutschen Städten derzeit steigen, wird das Leben auf dem Land zunehmend attraktiver. Wie viel günstiger das Landleben im Vergleich zur Stadt ist, zeigt sich anhand der folgenden Gegenüberstellung: Während in Berlin-Mitte der Quadratmeterpreis bei Wohnungs- und Hauskäufen2018 bei 6.392 Euro lag, zahlten Käufer in Potsdam nur 3.824 Euro pro Quadratmeter, im Landkreis Elbe-Elster sogar nur 779 Euro pro Quadratmeter. Aber auch innerhalb Berlins unterscheiden sich die Preise je nach Lage. Im Randbezirk Hellersdorf lag 2018 der Quadratmeterpreis bei 2.917 Euro. Der Unterschied macht deutlich: Die Preise Eigentumswohnungen und Häuser sind umso günstiger, je weiter ein Ort von einem Ballungszentrum entfernt ist. Hier wird der Traum von den eigenen vier Wänden schneller Wirklichkeit.

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Vorteil 2: Mehr Platz & individuelle Gestaltungsmöglichkeiten dank günstigeren Grundstückspreisen

Mieter sowie Immobilienkäufer können auf dem Land also ordentlich sparen. Außerdem bekommen sie für das gleiche Geld auch mehr Wohnfläche und andere Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel ein Haus mit Garten und Pool. Wohnen auf dem Land bedeutet also mehr Rückzugsraum zu haben und sich individueller entfalten zu können. So haben die Kinder auch genügend Platz zum Spielen. Statt eines Reihenhauses mit 140qm Wohnfläche und 100qm Garten in der Stadt sind auf dem Land für den gleichen Preis auch 200qm Wohnfläche mit 300qm Garten möglich. Der passende Pavillon, schöne Pflanzen für den Gartenanbau und ein Grill runden das Bild der neuen Wohlfühloase ab. Netter Nebeneffekt: Meistens kennt sich die Nachbarschaft, man hilft einander und kommt ins Gespräch.

Vorteil 3: Ruhiges und entspanntes Wohnen in der Natur

Wer auf dem Land leben will, entscheidet sich meist auch für mehr Ruhe und Abgeschiedenheit. Wald, Wiese und Blumenfelder vor der Haustür zu haben, ist definitiv ein schöner Anblick. Ausgedehnte Abendspaziergänge in ländlicher Idylle und Fahrradtouren durch die Wälder oder über Felder tun gut und steigern dein Wohlbefinden. Da es weniger Verkehr gibt, ist die Luft oft sauberer, die Verschmutzung durch Abgase geringer. Weiterer interessanter Fakt: Das Robert-Koch-Institut hat in einer Studie herausgefunden, dass Allergien bei Menschen auf dem Land weniger verbreitet sind als bei Großstadtbewohnern.

Nachteil 1: Meist schlechtere Infrastruktur

Das Landleben hat viele Vorteile wie günstige Immobilienpreise und mehr Natur. Ein Nachteil ist hingegen, dass ihr unbedingt ein Auto für die weiten Wege benötigt, denn eine gute Infrastruktur mit Anbindung durch Bus oder Bahn ist selten gegeben. Teilweise sind die Fahrtwege deshalb länger und man muss unter Umständen mehr Zeit einplanen, um die Kinder von der Kita, der Schule, dem Sport oder ihren Freunden abzuholen. Supermärkte befinden sich häufig im nächstgrößeren Ort und bieten gegebenenfalls ein schmaleres Sortiment. Falls mal ein Notfall eintritt, sind Ärzte und Krankenhäuser selten in der unmittelbaren Nähe aufzufinden. Ebenso ist die Internetverbindung in ländlichen Regionen im Durschnitt schlechter ausgebaut.

Nachteil 2: Wenige attraktive Arbeitgeber

Je nach Region sitzen Konzerne, Kreativagenturen, Universitäten, Krankenhäuser und andere Organisationen tendenziell in den Ballungsräumen. Strukturschwache Regionen, in denen es vor allem an Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten mangelt, können da nicht mithalten. Ein Haus in der Nordwestuckermark wäre vermutlich sehr günstig zu haben, dafür müsstest du höchstwahrscheinlich sehr lange zur Arbeit fahren. Da ist Werder an der Havel mit seiner Nähe zu Berlin und Potsdam zwar teurer, aber durch eine größere Auswahl an potenziellen Arbeitgebern auch deutlich attraktiver. Durch das Wachsen der „Speckgürtel“ entstehen immer mehr dieser sogenannten Metropolregionen und erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit als Wohnorte mit guter Anbindung zur City.

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Nachteil 3: Weniger Möglichkeiten für Kultur und Entertainment

Ein weiterer Nachteil bei einem Leben auf dem Land ist häufig das fehlende kulturelle Angebot. In vielen ländlichen Regionen fehlt es in den Kleinstädten und auf den Dörfern an Bars, Kinos, Konzertsälen, oder Museen. Wer einen Theaterbesuch plant oder nach dem Feierabend ein Konzert besuchen möchte, muss dazu häufig in die nächstgelegene Stadt fahren. Darum sind Orte, die weit weg von größeren Ballungsräumen liegen, meist weniger attraktiv als Siedlungsgebiete in Stadtnähe. Schaut also ganz genau, wie wichtig euch dieser Aspekt ist und wie weit der nächste große Ort entfernt ist.

Fazit

Ob Leben in der Stadt oder auf dem Land: Was dir mehr zusagt, musst du allein entscheiden. Hauptgrund für einen Umzug sind mit Sicherheit die günstigen Immobilienpreise, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen – mit viel Platz für die Familie. Wer auf dem Land lebt, muss dafür oft auf das Auto setzen, denn der öffentliche Nahverkehr ist in der Regel sehr eingeschränkt. Attraktive Arbeitgeber, Universitäten oder Kultur- und Entertainmenteinrichtungen sind nach wie vor meist in Ballungsräumen angesiedelt. Wie auch immer du dich entscheidest: Überlege genau, was dir wichtig und was nicht. Und wer die City dennoch nicht ganz aufgeben will, sollte Immobilien am Stadtrand in Betracht ziehen, denn sie stellen eine gute Zwischenlösung dar: Du hast eine gute Infrastruktur, eine Anbindung an die Stadt, profitierst aber von Immobilienpreisen, die vielerorts geringer sind als in der Stadt.