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Der ultimative Guide zum Kauf einer gebrauchten Grafikkarte (2021)

25.01.2022 | von eBay Kleinanzeigen

Aktuell sind neue Grafikkarten sehr kostenintensiv. Warum das so ist, weshalb der Kauf einer gebrauchten Karte eine Alternative sein kann und worauf du dabei achten solltest, erfährst du hier.

Warum sind Grafikkarten aktuell so teuer?

Grafikkarten sind derzeit so kostspielig, weil die Nachfrage weltweit sehr hoch ist. Es herrschen Versorgungsengpässe, die mit der Corona-Pandemie zusammenhängen – und auch der Bitcoin-Boom und sogenannte „Scalper“ tragen dazu bei:

COVID-19 hat vieles verändert: Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen haben das eigene Zuhause zum Lebensmittelpunkt vieler Menschen gemacht. Dadurch ist die Nachfrage nach Spielkonsolen, Mobiltelefonen und Computern enorm gestiegen. Außerdem haben die Industrie-Giganten Sony und Microsoft letztes Jahr brandneue Spielkonsolen auf den Markt gebracht, um die sich alle Gamer reißen. Daraus ist eine Knappheit entstanden, die selbst mit einer höheren Produktion nicht gelöst werden konnte.

Auch das sogenannte Cryptomining boomt momentan. Bei diesem Goldrausch werden für das Schürfen von Krypto-Währungen wie Bitcoin immer bessere Grafikkarten benötigt, was letztlich auch den Preis in die Höhe treibt.

Zu guter Letzt haben sogenannte „Scalper“ zur Preissteigerung beigetragen, denn sie bestellen mithilfe automatisierter Kaufprogramme neue Grafikkarten in rauen Mengen, um sie später zu erhöhten Preisen zu verkaufen.

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Grafikkarten kurz erklärt

GPU, VRAM, Mining, Übertakten … Wer kennt es nicht? Auf der Suche nach der passenden Hardware versteht man vor lauter Fachbegriffen irgendwann nur noch Bahnhof. Doch kein Grund zum Verzweifeln, denn hier findest du die wichtigsten Begriffe kurz und einfach erklärt:

  • GPU (Graphics Processor Unit) ist der Grafikprozessor deines Gerätes. Er ist für die Berechnung der angezeigten Pixel auf dem Bildschirm deines Smartphones oder PCs zuständig. Die GPU dient also der Visualisierung.
  • VRAM (Video-Random Access Memory) ist der Speicher deiner Grafikkarte. Seine Kapazität wird analog zum Arbeitsspeicher angegeben. Hieran kannst du ablesen, wie leistungsstark Grafikkarten heutzutage sind. Da der VRAM direkt und fest als Speicher auf der Grafikkarte verbaut ist, kann er nicht erweitert oder entfernt werden.
  • Mining bezeichnet einen Vorgang, bei dem du Bitcoins selbst herstellst, statt sie zu kaufen. Dieser Prozess läuft über den Prozessor der Grafikkarte. Dabei werden der Blockkette von Bitcoin zusätzliche Blöcke beigefügt – und du als Miner wirst dafür mit Bitcoins belohnt. Je mehr Bitcoins du herstellst, desto länger dauert allerdings auch die Produktion.
  • Übertakten sorgt für eine höhere Grafikleistung. Dabei wird die Taktung des Systemspeichers hochgeschraubt, der die Rechenoperationen pro Sekunde angibt. Doch Vorsicht: Hochgeschraubte Taktfrequenzen führen zu mehr Stromaufnahme und Erhitzung und dadurch zu intensiverer Auslastung der kompletten Hardware.

Was macht eine gute Grafikkarte aus?

Die Qualität deiner Grafikkarte hängt vom Grafikchip, Grafikspeicher, Speicherinterface und von der Kühlung ab:

Bei deiner Suche nach einer Grafikkarte ist es wichtig, dass du auf den Arbeitsspeicher des Grafikchips achtest. Zockst du beispielsweise aktuelle Computer- oder Videospiele, verrät dir ein Blick auf die Systemanforderungen, welche Modelle für dich infrage kommen.

Der Grafikspeicher ist auch ein wichtiges Kriterium bei deiner Jagd nach einer guten Grafikkarte. Achte hier auf eine möglichst hohe Taktrate, die Speicherart (DDRAM, SDRAM) sowie die Anbindung. Alle Daten, die für die Grafikdarstellung notwendig sind, werden im Speicher abgelegt. Ist der VRAM zu voll, muss ein Teil des Speichers geleert werden. Dabei kommt es zu einer starken Verzögerung beim Bildaufbau, was gerade bei Spielen besonders nervig ist.

Das Speicherinterface verbindet GPU und VRAM. Bei hohen Leistungsanforderungen, wie im Falle von Videospielen und PC-Games, sollte deine Grafikkarte mindestens über einen 192-bit-Speicherinterface verfügen. Sind die Anforderungen geringer, wie z. B. bei Office-Anwendungen, kommst du bereits mit 32-bit gut aus.

Die Kühlung ist etwas, auf das du ebenfalls beim Kauf deiner gebrauchten Grafikkarte achtgeben solltest. Je nach Auslastung und Dimensionierung des Chips kann es zu Erwärmung und im schlechtesten Fall zu Überhitzung kommen. Deine Grafikkarte muss daher darauf ausgelegt sein, für kurze Zeit 100 Grad aushalten zu können.

Ganz wichtig: Überprüfe die Kompatibilität mit dem eigenen Setup und stelle den Energieverbrauch sowie eine ausreichende Leistungdes Netzteils sicher.

Welche Grafikkarte reicht für aktuelle Spiele?

Bei der Wahl deiner Grafikkarte kannst du Benchmarks als Orientierung nutzen. Hierbei wird zwischen High-End-, Mid-Range- und Low-End-Produkten unterschieden.

Benötigst du mehr Leistung für aufwendige Anwendungen – zu denen PC- und Videospiele definitiv zählen – können Einsteigerkarten im Low-End-Bereich schon helfen. Die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti zum Beispiel bewegt sich preislich zwischen 100 und 250 Euro und ist derzeit verfügbar. Allerdings eignet sich die GPU nur für recht anspruchslose Games – denn viele aktuelle Titel lassen sich bloß bei 1.080p-Auflösung mit mittleren Details flüssig spielen.

Mit einer Mittelklasse-Grafikkarte wie der NVIDIA GeForce GTX 1660 Super kannst du aktuelle Spiele in 1080p oder 1440p spielen. Für Preise ab 230 Euro kann diese Grafikkarte für dich interessant sein, wenn du nur sporadisch einen Blockbustertitel spielst und nicht ganz so tief in die Tasche greifen möchtest.

Die GeForce GTX 1660 Super erreicht auf maximalen Details in Full-HD (1920 mal 1080 Pixel) ein wenig unter 40 Bilder pro Sekunde. Wenn du nicht die maximalen Details nutzt, wirst du mit dieser oder einer ähnlichen Grafikkarte unter Full-HD gut zurechtkommen. Gebraucht ist das Modell ab 350 Euro zu haben.

Bist du eher ein Vollprofi unter den Videospiel-Zockern, brauchst du für besonders anspruchsvolle 3D-Anwendungen und Spiele in 4K eine hochauflösende Grafikkarte – wie das aktuelle Aushängeschild der High-End-Karten: die NVIDIA RTX 3090. Für ein Maximum an Details musst du dann allerdings schon tiefer in die Tasche greifen: Preislich liegen Top-Modelle zwischen 500 und 1.800 Euro.

Worauf muss ich beim Kauf einer gebrauchten Grafikkarte achten?

Beim Erwerb einer gebrauchten Grafikkarte solltest du auf die Originalverpackung, eine Dokumentation, Fotos und Bewertungen achten:

Nicht selten besteht ein Zusammenhang zwischen der Qualität gebrauchter Grafikkarten und dem Zustand ihrer Originalverpackung – die Schachtel, die offizielle Dokumentation und den wichtigen Antistatik-Beutel. Denn PC-Komponenten sind zerbrechliche und komplizierte Gegenstände, die sorgfältig behandelt werden müssen. Oft pflegen Verkäufer, die die Verpackung aufbewahren, die Komponenten besser – eben weil sie beabsichtigen, sie weiterzuverkaufen.

Hier kommen die Fotos ins Spiel. Wenn du darauf eine Karte mit staubbedeckter Abdeckung und verschmiertem Kühlkörper siehst, solltest du lieber vom Kauf absehen. Zuverlässige Verkäufer stellen in der Regel mehrere Fotos der Karte aus verschiedenen Blickwinkeln zur Verfügung, damit du dir ein Bild vom Zustand der Karte machen kannst. Bekommst du zudem einen unbeschädigten Karton und die gesamte Dokumentation zu sehen? Dann stehen die Chancen gut, dass es sich um eine solide GPU handelt, die von einem zuverlässigen Verkäufer angeboten wird.

Besonders gewissenhafte Verkäufer stehen auch für zusätzliche Infos zur Verfügung, führen auf Wunsch sogar Benchmarks durch und beantworten Fragen zur Geschichte der Grafikkarte.

Wie viel sollte ich für eine gebrauchte Grafikkarte zahlen?

Der ideale Preis für eine gebrauchte Grafikkarte liegt mindestens 20–30 Prozent unter dem unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) für ein neues Produkt. Der wichtigste Faktor ist natürlich der Zustand der Grafikkarte. Beträgt die Differenz zum Neupreis weniger als 20 %, hat der Kauf einer gebrauchten Grafikkarte in der Regel keinen Sinn – die Ersparnis fällt am Ende nämlich recht gering aus. In diesem Falle lohnt sich auch das geringste Risiko nicht, denn für ein bisschen mehr Geld bekommst du eine nagelneue Grafikkarte mit Garantie.

Achtung: Wird dir eine Karte zu einem Preis angeboten, der zu schön ist, um wahr zu sein? Dann handelt es sich in vielen Fällen um ein defektes Bauteil oder eine betrügerische Anzeige.

Und übrigens: Die optimale Möglichkeit, Preise miteinander zu vergleichen, bietet dir der Preisvergleich über eBay Kleinanzeigen.

Fazit: Was gilt es bei gebrauchten Grafikkarten zu beachten?

Wie du siehst, gilt es beim Kauf gebrauchter Grafikkarten einiges zu beachten, in erster Linie, wofür du sie überhaupt einsetzt. Hinzu kommen das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Zustandder Karte und der damit gelieferten Verpackung, der Preisunterschied gegenüber dem UVP und vieles mehr.

Hast du eine bestimmte Karte gefunden und gekauft, solltest du noch auf einige grundsätzliche Punkte achten. So muss das Netzteil deines Endgeräts ausreichend Reserven bereithalten. Für den Großteil gebrauchter GPUs ist ein Modell mit 450 bis 600 Watt ausreichend. Wenn du also bereits ein Modell mit 600 Watt dein Eigen nennst, musst du nicht gleich aufrüsten.

Denk auch daran, die Stromanschlüsse für die Grafikkarten zu prüfen, denn zwischen älteren und jüngeren Modellen gibt es Unterschiede. Benötigst du die Karte hauptsächlich zum Spielen, solltest du ein Modell erwerben, das über mindestens 4 GB Grafikspeicher verfügt. Sonst reicht die Kapazität für die neusten Spiele oftmals nicht mehr und es kann dann zu starken Leistungseinbußen kommen.